Stahl statt Federn:
Die Geschichte der USS Vogelgesang
Stell dir vor, dein Nachname ist so klangvoll, dass die mächtigste Marine der Welt ein Schiff danach benennt. Genau das ist mit der USS Vogelgesang (DD-862) passiert. Hier erfährst du, wie unser Name die Weltmeere durchkreuzt hat – von New York bis Vietnam und schließlich unter mexikanischer Flagge.
Ein schwimmendes Denkmal
Die USS Vogelgesang war ein Zerstörer der Gearing-Klasse. Gebaut wurde sie gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bei Bethlehem Steel auf Staten Island, New York. Ihren Namen erhielt sie zu Ehren von Rear Admiral Carl Theodore Vogelgesang, der sich im Ersten Weltkrieg und in der Ausbildung der US-Navy verdient gemacht hatte.
- Stapellauf: 15. Januar 1945
- Indienststellung: 28. April 1945
- Motto: Drauf und Dran
- Ausserdienststellung: 24.Februar 1982
Im Einsatz rund um den Globus
Obwohl sie für den Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, verbrachte sie den Großteil ihrer Dienstzeit im Kalten Krieg. Sie war ein echtes Arbeitstier der Atlantikflotte:
- Mittelmeer & Mittlerer Osten: Sie war regelmäßig Teil der 6. Flotte und zeigte Präsenz in Krisengebieten.
- Vietnam-Krieg: Im Jahr 1966 wurde sie in den Pazifik verlegt. Dort leistete sie wichtige Feuerunterstützung an der Küste Südvietnams und rettete sogar abgestürzte Piloten aus dem Meer.
- Modernisierung: In den 60er Jahren wurde sie im Rahmen des FRAM-Programms (Fleet Rehabilitation and Modernization) komplett runderneuert, um mit modernster U-Boot-Abwehrtechnik ausgestattet zu werden.
Ein zweites Leben in Mexiko
Nach 37 Jahren treuem Dienst in der US-Navy war 1982 Schluss – aber nur unter amerikanischer Flagge. Das Schiff wurde an die mexikanische Marine verkauft und dort auf den klangvollen Namen Quetzalcóatl (E-10) getauft (benannt nach der gefiederten Schlange, einer Gottheit der Azteken).
Dort diente sie noch weitere 20 Jahre, bis sie 2002 endgültig außer Dienst gestellt wurde.
Das letzte Kapitel: Ein Riff für die Ewigkeit
Die USS Vogelgesang hat ein Ende gefunden, das eigentlich ganz gut zu unserem Namen passt: Natur statt Krieg. Im Jahr 2006 wurde sie vor der Küste von Veracruz im Golf von Mexiko kontrolliert versenkt. Heute dient sie als künstliches Riff. Wo früher Kanonen donnerten, schwimmen heute bunte Fische – ein friedlicher Vogelgesang unter Wasser, wenn man so will.
Technische Daten
(für die Nerds unter uns)
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Länge | 119,1 Meter |
| Geschwindigkeit | 35 Knoten (ca. 65 km/h) |
| Besatzung | ca. 336 Mann |
| Bewaffnung | 5-Zoll-Kanonen, Torpedos, Wasserbomben |